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Christian

 

Musikalisches

Während meiner Zeit am Wirtschaftsgymnasium begann ich mein Musikstudium bei Dr. Bernard Czulowski und studierte Musiktheorie bei der Komponistin Margrit Zimmermann in Bern. Parallel dazu – als Gymnasiast mit Studentenausweis in der Tasche – unterrichtete ich an vier Musikschulen in den Kantonen Aargau und Luzern. Mein Lehrdiplom schloss ich beim Schweizerischen Musikpädagogischen Verband (SMPV) ab. Später vertiefte ich meine Studien an der Musikhochschule Zürich-Winterthur bei Prof. Jury Clormann, wo ich mein Konzertdiplom »mit Auszeichnung« erhielt.

Weitere Stationen führten mich zu Aniello Desiderio in Neapel und Eduardo Egüez (Laute, Basso Continuo) in Zürich. Ein Förderpreis der Kulturstiftung Pro Argovia ermöglichte mir weitere Studienreisen (u.a. nach Wien zu Luise Walker). Ein Preis der Migros (Kulturprozent) ermöglichte mir einen längeren Arbeitsaufenthalt in deren damaligen »Atelier de recherche et de création artistique, »l'arc«, in Romainmôtier, wo ich hinter den meterdicken Mauern des ehemaligen romanischen Klosters einen idealen Ort fand, meine Recherchen in Klangtechnik zu vertiefen.

Meisterkurse bei Grössen wie José Tomás, Luise Walkner, Pepe Romero, Eliot Fisk, Alberto Ponce, Costas Cotsiolis, Thomas Müller-Pering, Hubert Käppel, Stefan Schmidt oder Oscar Ghiglia prägten meinen Weg ebenso wie Kammermusikunterricht bei Johann Sonnleitner (Korrepetitor von Nicolaus Harnoncourt), Hopkinson Smith (Scola cantorum basiliensis) und Giovanni Antonioni. Auf der Bühne war ich als Solist unterwegs, spielte Kammermusik mit Streichquartett, im Duo mit Cello, Flöte, Gesang, Orgel, Cembalo, Gitarre oder Liuto forte und trat mit Sprechern und Schauspielern sowie Orchestern auf.

Meine Musik fand auch den Weg ins Radio – mit Aufnahmen für Schweizer Radio DRS 1, Schweizer Radio Kultur, Radio Espace II und MDR Figaro. CD-Produktionen entstanden, etwa mit Kammermusik für Flöte und Gitarre oder vertonten Gedichten von Federico García Lorca und Pablo Neruda. Eine besondere Begegnung mit dem Liuto forte weckte mein Interesse an der Laute: Es folgten Präsentationskonzerte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar am Metropolitan Museum in New York.

Über 25 Jahre lang unterrichtete ich an Musikschulen im Kanton Aargau (Klassen 2 bis 13), am Gymnasium  Wettingen (Gitarre, Kunst, Informatik), am Musikkonservatorium Winterthur, am Lehrerseminar Brugg und an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Seit 2012 gebe ich ausschliesslich Privatunterricht in Zürich und Dresden, seit 2025 auch online.

Viele Jahre über pflegte ich eine aktive Konzerttätigkeit, mit Auftritten in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, den USA, als Solist, mit Sprechern und Schauspielern, als Kammermusiker mit Flöte, mit Violine, mit Cello, mit Streichtrio, im Trio mit Blockflöte und Perkussion, mit Orgel, mit Streichquartett, als Solist mit Orchester und als Zuzüger in Orchestern (u.a. Luzerner Sinfonieorchester, dem Orcheste Philarmonique Suisse, dem Bündner Kammerorchester und dem Dresdner Barockorchester). 

Instrumente

Meine erste Gitarre war eine echte »Schachtel« – ein gitarrenförmiges Stück Sperrholz mit bescheidenem Klang. Klingende Kinderinstrumente waren damals Mangelware. Für meinen ersten Lehrer, Dr. Bernard Czulowski, der an der Höheren Pädagogischen Lehranstalt HPL Zofingen zukünftige Lehrer ausbildete, war ich ein Experiment: Konnte man Kinder schon auf Primarschulstufe (Klassen 1 bis 4) im Gitarrespiel unterrichten? Das Erziehungsdepartement Aargau wollte es wissen.

So überzeugte er meine Eltern, mir eine »richtige« Gitarre zu kaufen: eine achtsaitige José Ramirez »Class 1a« aus Madrid – etwas gross für einen Dreizehnjährigen, selbst mit meinen langen Fingern, aber mit einem wunderbaren Klang! Sie wurde mein Hauptinstrument, begleitet mich bis heute und trägt den Spitznamen »La Vecchia« (ital. »die Alte«). Mit der Zeit wuchs meine Instrumentenfamilie:

  • 6-saitige Konzertgitarre, Curt Claus Voigt, München (2005, Fichte/Ahorn), »La Chiara«
  • 8-saitige Konzertgitarre, José Ramirez, Madrid (1981, Zeder/Palisander), »La Vecchia«
  • 6-saitige Konzertgitarre, José Ramirez, Madrid (1982, Zeder/Palisander), »La Piccola«
  • 8-saitige Konzertgitarre, José Ramirez, Madrid (1994, Zeder/Palisander), »La Giovane«
  • Tenorlaute, Liuto forte, Michael Haaser, Dresden (2006, 8-saitig, Fichte/Eibe)
  • Archiliuto in fis, Liuto forte, Michael Haaser, Dresden (2010, 14-saitig, Fichte/Eibe)
  • Barocklaute in d, Liuto forte, Michael Haaser, Dresden (2010, 14-saitig, Fichte/Eibe)

Aktuell spiele ich eine zweite Gitarre aus der Meisterwerkstatt von Curt Claus Voigt: Eine 11-saitige Konzertgitarre, gebaut wie die legendäre Gitarre von Antonio de Torres Jurado (1817–1892), welche dieser für den damals weltbekannten argentinischen Meistergitarristen Antonio Jiménez Manjón (1866–1919) gebaut hatte: Ein wunderbares Instrument! Im Vergleich mit der 6-saitigen kleinen Schwester (»La Chiara«), die ebenfalls über eine unglaubliche klangliche Klarheit verfügt, klingt die Manjón ähnlich wie ein Kammerorchester gegenüber einem Streichquartett.

Digitale Kommunikation

Spätere Instrumentenkäufe finanzierte ich durch Gitarrenunterricht, Konzerte und meine Arbeit am Computer. Anfangs lag mein Fokus auf Print (Desktop-Publishing), später wurde ich als »Creative Generalist Digital Communication« tätig: Konzeption, Umsetzung, Betrieb, Support und Schulung – von Webdesign über Webapplikationen und Collaboration-Frameworks bis zur Fotografie. Ich arbeitete für Unternehmen, Künstler, Organisationen und Institutionen. Ab 2009 betreute ich zahlreiche Projekte für die Schweizerische Paraplegiker Forschung, etwa Forschungs-Websites, komplexe Druckvorlagen, Präsentationskonzepte oder Corporate-Fotografie. Mehr dazu auf www.inspired-design.ch.

Warum gibt es so wenig digitale Spuren meiner musikalischen Karriere, etwa Videoaufnahmen von Auftritten? Lange dachte ich, digitale Medien vermöchten die wahre Essenz der Musik nicht einzufangen – bestenfalls rudimentär, meist unzulänglich. Damals, mit den mir verfügbaren Mitteln, wäre Qualität illusorisch gewesen. Hinzu kam ein fehlendes Bewusstsein für das Potenzial von Video-, Ton- oder Bilddokumenten an Musikhochschulen. »Marketing und Verkauf« blieben in der klassischen Musikerausbildung Fremdwörter – weitgehend bis heute. Mittlerweile hat sich das geändert: Für »Groove and Sound« produzieren wir in einem kleinen, agilen, exzellentem Team hochwertige Video- und Tonaufnahmen – ein Privileg, das früher undenkbar war.

Groove and Sound als logische Konsequenz

Betrachtet man diese beiden Bereiche, Musik und Digitale Kommunikation, wie zwei Hälften einer Kuppel, die im Laufe meines Berufslebens über Jahrzehnte gewachsen sind, dann ist Groove-and-Sound sozusagen der vollendende Schlussstein, der beides verbindet und das Ganze auf natürliche Art und Weise trägt. Beides verbindet sich zu einem einzigartigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt.