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Fernando Sors Étude op. 29 no. 24

Paris 1826/27 – Schüleretüde oder Meisterstück?


Fernando Sor veröffentlichte seine »12 Études« Op. 29 im Jahr 1826 bei Antoine Meissonnier in Paris. Die Sammlung war seinen Schülern gewidmet, doch ihr musikalischer Gehalt geht weit über den Unterricht hinaus.

Die Étude Nr. 24 in e-Moll gilt auf den ersten Blick als schlicht. Sie bleibt in den unteren Lagen, die rechte Hand wiederholt scheinbar einfache Arpeggio-Muster. Genau darin liegt das Missverständnis: Wer nur die Noten spielt, hört nur eine triviale Begleitfigur. Sor aber verstand die rechte Hand wie ein Streicher den Bogen – als dynamisches Werkzeug. Mit dem dynamischen Anschlag lassen sich die Mittelstimmen modellieren, rhythmisch akzentuieren und zum Tragen bringen. Aus blossen Begleitfiguren wird so ein lebendiger Groove. Die Etüde zeigt, wie differenziert Sor diese Kunst beherrschte.

Entstanden ist das Werk in Paris um 1826/27, veröffentlicht bei Meissonnier. Sor lebte damals mit Dionisio Aguado zeitweise im selben Haus, beide verband ein enger musikalischer Austausch. Dass diese Musik heute oft als »Schülerliteratur« abgetan wird, liegt weniger an Sor als an einer fehlenden Spieltechnik. Die Aufnahme auf Groove-and-Sound demonstriert, wie reichhaltig und komplex diese Etüde in Wahrheit klingt – sobald man den verborgenen Bogen der rechten Hand entdeckt.

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