Meine Entdeckung des Liuto forte
Als ich das erste Mal einen Liuto forte spielen durfte, zog der Klang mich sofort in seinen Bann... eine Begegnung, die meinen musikalischen Weg nachhaltig prägen sollte.
Den Liuto forte lernte ich ganz zufällig kennen: Ich war mit meinen Ramirez in den 1990er Jahren für kleine Reparaturen mehrmals bei Benno Streu in Freiburg im Breisgau – ein weltweit gefragter Restaurateur für Gitarren mit akustischen Problemen –, und da drückte dieser mir nicht nur meine reparierte Gitarre in die Hand, sondern gleich noch eine nach der anderen aus der Ecke, in der weitere Instrumente von Kunden standen. Als Akustiker war Benno Streu besonders angetan vom Sound meines Spiels, und so hatte ich das Glück, bei meinen Besuchen bei ihm, im Halbdunkel eines verrauchten Wohnzimmers, auf dem Sofa, ein Meisterinstrument nach dem anderen in die Hand zu bekommen. Manche dieser Instrumente kannte ich aus Büchern!
Beim dritten Besuch fragte ich ihn nach dem Koffer ganz in der Ecke – ein Lautenkoffer: Es war, soweit ich mich erinnere, der Liuto forte No. 1. Ein hochsensibles Instrument mit phänomenalem Klang. – Mir war sofort klar, dass dieses Instrument wie geschaffen war für mich: All das, was ich auf der Ramirez mit dem »dynamischen Anschlag« entwickelt hatte, kam auf dieser neuen Laute noch viel stärker zur Geltung!
Zurück in der Schweiz suchte ich im Netz nach einem Liuto forte und fand tatsächlich einen, ausgeschrieben zum Verkauf. Dann ging es sehr schnell, noch in derselben Woche plünderte ich mein Bankkonto, reiste nach Laar zum Verkäufer, und wurde Besitzer des Liuto forte Nr. 61.
Danach kam der Kontakt nach Dresden zustande, zu André Burguete, dem Spiritus Rector des Instruments, und da wiederholte sich die Szene aus dem Wohnzimmer von Benno Streu: Ich bekam ein Instrument nach dem anderen in die Hand, und es bestätigte sich erneut, dass der Effekt des »dynamischen Anschlags« auf dem Liuto forte noch besser zum Tragen kommt als auf der Gitarre.
Später lernte ich auch den ersten Instrumentenbauer von Liuto forte, Michael Haaser kennen, und so begann eine jahrelange Zusammenarbeit, während der ich weitere Instrumente kaufte.
Einen 14-Saiter in d, sowie einen 14-saitigen Archiliuto. Auf meiner Wunschliste steht noch eine Alt-Laute – mal sehen, was die Zukunft noch bringt.
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